Bühne frei für Poppenhäger

Mit der Veröffentlichung des Vorschlages zur Neuordnung der Landkreise in Thüringen durch den  Innenminister Holger Poppenhäger landete der SPD-Politiker einen echten Bühnenknaller: Fusion des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt mit dem Landkreis Weimarer Land und der noch kreisfreien Stadt Weimar!

Die in SLF-RU seit Jahren gewachsenen Strukturen mit dem Saale-Orla-Kreis schienen niemanden bei der Neugestaltung interessiert zu haben.  Erst kürzlich hat man einen weiteren  Zweckverband  „Thüringer Meer“ ins Leben gerufen. Die engen Verknüpfungen in anderen Zweckverbänden, wie dem Öffentlichen Nahverkehr oder der Abfallwirtschaft sollten an der Stelle jedem bekannt sein. Sicherlich kann man argumentieren, dass diese ja auch momentan über die Kreisgrenzen funktionieren, aber ich sehe da ein anderes Volumen, welches bei der angestrebten Fusion auf die Zweckverbände zukommt und somit auch erst einmal realisiert werden müsste.

Für Saalfeld könnte es am Kritischsten werden, wenn Weimar die Kreisfreiheit nach dem Vorschaltgesetz verliert. Dann spräche alles für Weimar als Kreisstadt, nicht zuletzt als Ausgleich für den Verlust eben jener Kreisfreiheit. Jubelschreie dürfte es bei den vielen hundert Angestellten in unserem Landratsamt auch nicht geben. Der Sitz des Landrates wäre futsch, und ein großer Arbeitgeber ginge quasi seiner Wege.

In den letzten Stadtratssitzungen kritisierte ich die Interessenbekundung inklusive einer mehrere zehntausend Euro teuren Machbarkeitsstudie zur Landesgartenschau 2024 – natürlich „made by Steuerzahler“.  Für eine anständige Idee – aber zur falschen Zeit – betitelte ich diese und das nicht zuletzt in Hinblick auf die Gebietsreform. Nun haben wir vielleicht den Salat: Apolda, Ausrichter der LGS 2017, wäre ja dann auch stolze Mitgliedsstadt in unserem neuen Landkreis WE-SLF-RU. Hochverschuldet durch das Garten-Event. Aber was soll’s!

Darf dann unser Städtedreieck 7 Jahre später schon wieder im gleichen Landkreis mit einer Gartenschau dran kommen?  Lässt sich das Mühlhausen als Bewerber gefallen? Oder haben wir viele Zehntausend Euro für unsere Bewerbung zum Fenster hinausgeschmissen- made by Sie wissen schon? Nachdenken (inklusive Nach-Handeln) spart vielleicht Geld.

Und nicht zu letzt: Liebe Kollegen, die Autobahn rückt auch nicht näher. Und die Kreisumlage durch steigende und sprudelnde Steuereinnahmen (oh Gott, ich konnte es beim ersten Mal schon nicht hören) wird für die Kommunen garantiert nicht in Dimensionen sinken. Oder wer hat erlebt, dass schon mal was billiger geworden ist? Na gut, der Sprit. Aber das hat sich inzwischen auch erledigt.

Da vergeht mir die „Lust auf Lustig“! Vorhang!!!!!!!

Eurer

Eric H. Weigelt

Frakt.-Vors. DIE JUNGEN