Die WOHNMOBIL-FREUNDLICHSTE Stadt Thüringens

Mit dem Regionalbudget fördert das Land Thüringen bestimmte Regionen im Freistaat (z.B. unser Städtedreieck), um dort gezielt die heimische Wirtschaftsstruktur zu verbessern. Es gilt, ein passendes Projekt zu finden, was in diesem Sinne nicht nur förderfähig ist, sondern auch nachhaltig etwas für die Stadt Saalfeld, seine Bewohner und Unternehmer bringt.
Der wohl bekannteste Vorschlag ist der Feenturm auf der 1. Gartenkuppe. Der schwer erreichbare Aussichtsturm soll Wanderer nach Saalfeld locken und das Angebot rund um die Feengrotten erweitern.

Man darf berechtigt daran zweifeln, ob so ein Aussichtsturm wirklich nachhaltig unsere Wirtschaftsstruktur in Saalfeld stärkt. Kommt deswegen ein Gast mehr durch Saalfelds Kaufmeile geschlendert und lässt ein paar Euro zusätzlich in der Region? Wohl eher nicht.

Wer in der Innenstadt unterwegs ist, dem fällt schnell auf: Saalfeld hat für Kurzurlauber wirklich was zu bieten. Viele nette Restaurants, die Saale-Aue, die Feengrotten, die Stauseeregion um die Ecke, Erfurt, Weimar und Jena gar nicht weit weg – unsere Kreisstadt könnte richtig punkten. Warum sich also nicht auf so eine Zielgruppe konzentrieren? Und vor allem womit?

Seit mehreren Jahren boomt das Wohnmobilreisen.

Der Caravaning Industrie Verband e.V. (CIVD) gibt die Zahl der in Deutschland zugelassenen Wohnmobile mit 440.000 an. Laut Kraftfahrtbundesamt steigen die Neuzulassungen stetig, allein 2013 um fast 4%. Die Anschaffungskosten liegen durchschnittlich bei 60.000 Euro.

Wohnmobilisten sind nachweislich ausgeprägte Individualisten. Sie suchen Ziele abseits der ausgetretenen Pfade des Massentourismus und sind finanziell (oft auch zeitlich) weitgehend unabhängig. Über 90 Prozent verreisen zweimal oder mehr pro Jahr für eine Dauer von mindestens 5 Tagen. Hinzu kommen bei 40 Prozent der Befragten zusätzlich zu den längeren Reisen auch noch mehr als fünf Kurzreisen jährlich. Eine erste Untersuchung aus dem Jahre 2003 (die von nachfolgenden erhärtet wurde) kam zu dem Ergebnis, dass Wohnmobiltouristen, die auf Stellplätzen übernachten, gegenüber Campingplatz-Urlaubern im Durchschnitt mehr Geld am Übernachtungsort ausgeben. Man kann von einer Größenordnung von ca. 80 Euro pro Wohnmobil (zwei Personen) ausgehen (Gesamt-Ausgaben am Tag nach ADAC-Angaben). Das Gros der deutschen Wohnmobilfahrer bewegt sich im Alterspektrum zwischen 40 und 70 Lebensjahren.

Spricht man mit Kennern der Szene, wird Saalfeld als ein attraktives Ziel eingeschätzt. Mögliche interessante Stellplätze in Stadtnähe zu schaffen, gibt es einige, sogar die Saale-Aue könnte mit einbezogen werden. Stellplatzkosten halten sich im Rahmen, so dass genügend Mittel für entsprechendes Marketing zur Verfügung stehen würden.

Da stellt sich uns doch die Frage: „Warum soll Saalfeld eigentlich nicht die wohnmobil-freundlichste Stadt Thüringens oder gar Deutschlands werden?“ Nachhaltiger als ein Turm, wäre es gewiss.

Auf unsere telefonische Anfrage bei der zuständigen Landes-Behörde bekamen wir übrigens grünes Licht für ein solches Förderprojekt. Unser Antrag mit allem Informationsmaterial, Studien etc. liegt bereits bei der Stadtverwaltung, genau wie 24 weitere Vorschläge zur Verwendung des Regionalbudgets.

DIE JUNGEN aus dem Stadtrat Saalfeld sind gespannt, wie es weitergeht!