Millionenidee mit Tücken – Landesgartenschau 2024 im Städtedreieck!?

Es ist so weit. In der nächsten Stadtratssitzung wird das Schrittmaß in Richtung Landesgarten-SHOW 2024 aufgelegt. Interessensbekundung nennt es die Verwaltung. Doch wir, DIE JUNGEN, stehen diesem Millionengrab sehr kritisch gegenüber. So hatte ich bereits unlängst in der Stadtratssitzung, als wir die 17.000 Euro teure Vorstudie beschließen mussten, in einem größeren Redebeitrag ausgiebig zum Nachdenken angeregt. Denn die momentane finanzielle Situation der Stadt Saalfeld ist absolut nicht leistungsfähig genug, um an mondäne Projekte zu denken. So wurden von den Befürwortern immer und immer wieder die strukturellen Veränderungen angesprochen, welche sich daraus ergeben könnten. Die Fraktion der  Grünen träumt weiter von extensiven Radwegen und tollen Grünanlagen, und die Fraktion der SPD sieht offenbar nur die möglichen strukturellen Veränderungen und Annehmlichkeiten, die sich daraus ergeben könnten. Etwas Konkretes kommt hier als schlagendes Argument nicht.

Gleichwohl gibt es einige Punkte, die gerade aus jetziger Sicht nicht zu verkennen sind: Die LGS 24 soll erstmalig von 3 Städten gleichzeitig ausgerichtet werden. Die logistische Frage, wie die Besucher die doch teilweise sehr weit auseinander liegenden Projekte besichtigen könnten, wird nicht in der Vorstudie beantwortet.

Rudolstadt, als ein Partner für die LGS 24 aus dem Städtedreieck, zeigte in der Vergangenheit, dass eine anständige, richtige und wichtige Zusammenarbeit auf Augenhöhe zur Zeit nicht möglich ist. Seltsame Überlegungen zur Gebietsreform eines einzelnen Rudolstädter Landtagsabgeordneten sowie der negativ gefasste Beschluss zur besseren Zusammenarbeit im Städtedreieck bestätigen mir diese Ansicht.

Es geht immerhin um ein Gesamtvolumen irgendwo zwischen 50-100 Mille bei einem städtischen Eigenanteil von geschätzten 5-10 Millionen Euro. Dieser Betrag soll dann unter Brüdern gerecht aufgeteilt werden. Bei dieser Zusammenarbeit? Nicht vorstellbar! Aufgeteilt nach Einwohnerzahl oder doch lieber nach Gesamtinvestitionen, welche dann in der jeweiligen Stadt gebunkert, nein, verbunkert werden sollen? Auch hier gibt die Vorstudie keine klare Auskunft.

Wir, DIE JUNGEN, vergessen nicht, dass wir im herzblutend schwerwiegende Entscheidungen und Beschlüsse fassen mussten, die gröbere Einschnitte z.B.  in die Schülerbeförderung sowie die Bezuschussung für das Essen an den Saalfelder Schulen zur Folge hatten, um den Saalfelder Haushalt zu konsolidieren.

Sparen gilt auch noch für die Zukunft, nach Haushaltskonsolidierungskonzept bis 2024. Haben wir dann die SHOW-Millionen auf der Ausgabenseite? Oder doch noch die Riesenlöcher und neue Streichorgien im freiwilligen Sozialetat?

Alle bisherigen Garten-Events, die im Freistaat ausgerichtet wurden, hatten anfangs auch finanziell solide Städte im Rücken. Beispiel: Apolda. Als Ausrichter in 2017 wurden die ersten Beschlüsse dazu vor ca. 16 Jahren gemacht. Niemand ahnte auch nur im Ansatz, dass die Gelder in Zukunft nicht mehr so fließen könnten. Die Quittung bekommt Apolda jetzt. Die städtische Pro-Kopf-Verschuldung steigt von 535 Euro auf über 1000 Euro! Kein Wunder, fehlen nun knappe 6 Millionen die der Stadtkasse! Bunte Wiesen und Radwege nützen den lieben Apoldaern, dann auch nüscht.

Deshalb von uns klare Kante! Wir werden uns mit aller Vernunft gegen eine Landesgarten-SHOW stemmen, tragen wir doch das Herz für unser Saalfeld und deren Bürger am rechten Fleck. Schon allein aus diesem Grund verbittet sich ein solches Wagnis.

Euer

Eric H. Weigelt