WOHNEN in Saalfeld – DIE JUNGEN haben nachgefragt!

WOHNEN in Saalfeld – DIE JUNGEN haben nachgefragt!

Ein schicker Altbau, kurze Wege, ein Balkon oder gleich eine Dachterrasse, wenigstens aber eine Sitzecke im Garten. Das ganze im Stadtkern, Parkplatz vor der Tür und gaaanz wichtig – kein nölender Spielverderber nebenan. Bezahlbar sollte die Wohnung natürlich auch sein.
Nun, es scheint uns so als seien diese Wohnungen in Saalfeld nicht so leicht zu finden. Warum eigentlich nicht? Im Rahmen eines Wählergruppentreffens haben wir dazu das Saalfelder Stadtplanungsamt eingeladen und mal nach der aktuellen Situation befragt.

Das ursprüngliche Stadtplanungskonzept aus Anfang der 90iger Jahre wurde über die Jahre komplett über den Haufen geworfen. Saalfeld hatte deutlich mehr Einwohner, man ging von großem Wachstum und Wohnungsnachfrage aus. Neubauten und mühevolle Sanierungen waren die Folge. Durch Abwanderung und eine immer älter werdende Bevölkerung müssen in Saalfeld nachdem Städteentwicklungskonzept von 2010, 2000 Wohnungen zurückgebaut werden. Die Hälfte hat man wohl schon geschafft. Dazu kommt, dass sich die Ansprüche an Wohnraum komplett verändert haben. Wir haben mehr ältere Menschen als je Zuvor. Barrierefreiheit, kurze Wege zu Ärzten und Versorgungszentren und eine gute Nahverkehrsanbindung sind plötzlich das A und O. Gut zu beobachten ist das in Gorndorf, immerhin 25% des Saalfelder Wohnraums befinden sich dort.
Bei Bevölkerungsrückgang müssen die Stadtplaner versuchen das Zentrum zu stärken. Hier gibt es die nächste große Herausforderung. Einige private Immobilien im Zentrum weisen einen erheblichen Investitionsstau auf. Bei anderen ist die Eigentümerfrage nicht abschließend geklärt. Die Möglichkeiten der Stadtverwaltung sind hier begrenzt, erklären uns die Stadtplaner. Teilweise mussten schon Schilder platziert werden, dass aus Beschädigungen diverser Grundstücke keine Haftung seitens der Stadt besteht.
Der Bevölkerungsrückgang, nicht ausreichend ausgebaute Rettungswege, sowie Anschlüsse seien auch der Grund warum in manchem Außenbereich (z.B. Katzensteig, Kienberg) keine Baugenehmigungen erteilt werden, teilte uns die Stadtplanung auf Nachfrage mit. Diese Entwicklung werden wir weiter beobachten und regelmäßig nachfragen.
Die Stadtplanung erhält im Jahr regelmäßig Bauanfragen nach Grundstücken oder Immobilien die nicht befriedigt werden können, da kaum Bauland zur Verfügung steht. Hoffnung machen dahingehend die Planungsbereiche, Graba II (gegenüber Mercedes Müller) sowie das Gelände Bohnstraße. (ehemals Schlachthof). Ein aktuelles Bauprojekt gibt es in der Klostergasse (Museumsquartier).
Für Interessierte führt das Stadtplanungsamt aber eine Baulückenkataster. Zugriff gibt es über die Internetseite oder auf Nachfrage im Amt.

Auch wenn wir nicht alle unsere Fragen positiv beantwortet fanden, war es ein sehr interessantes Gespräch mit den Stadtplanern. Wir werden diese Gespräche künftig weiter und vor allem regelmäßig suchen und regelmäßig darüber informieren.

Das Gespräch fand am 17.11.2015 statt.